Vorwort zu einer Dokumentation

Über die Bemühungen des Heimatvereins um die Mittelmühle

Die Mittelmühle steht schon seit einigen Jahren auf der Tagesordnung des Heimatvereins wie auch im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Einheimische und Fremde, die durch die Mühlenstraße gehen oder durch die Almeaue wandernd einen Blick auf sie werfen, fragen sich, ob etwas unternommen wird, die historische Mühle zu erhalten oder ob sie schon einem schleichenden Verfall preisgegeben worden ist. Besonders diejenigen, denen ein einladendes Erscheinungsbild Bürens am Herzen liegt, wünschen sich, dass das älteste weltliche Gebäude der Stadt eine ansehnlich restaurierte Fassade erhält und so in den Eindruck des städtebaulichen Ambientes mit seinen historischen Gebäuden und den Almeauen als innerstädtisches Naherholungsgebiet harmonisch eingebunden wird.

Die vorliegende Dokumentation soll zeigen, was der Heimatverein mit Unterstützung unterschiedlicher Kräfte seit etwa einem Jahr unternommen hat, um die Mühle für die Zukunft zu bewahren. Sie gewährt einen Einblick in die Aktivitäten und Ideen des Arbeitskreises "Mittelmühle" und enthält Darstellungen zur Geschichte und Funktion der Mühle in Büren. Dabei können nicht alle Aspekte berücksichtigt werden, die dem einen oder anderen Leser wichtig wären. Es wird auch kein fertiges Konzept von einer bald restaurierten Mühle vorgelegt, denn das Projekt befindet sich noch in einem offenen Prozess.

Seit dem Tode von Heinrich Müntefering sen. im Jahre 1997 bekundet sein gleichnamiger Sohn und Erbe seine Bereitschaft, das Gebäude zu veräußern. Der Heimatverein war sein unmittelbarer Ansprechpartner. Viele Gespräche haben bis zum heutigen Tage stattgefunden. Das Innere des Hauses wurde in Augenschein genommen, Gutachten wurden erstellt und Nutzungskonzepte diskutiert. Weil das Gebäude unter Denkmalschutz steht, hat auch die Stadt Büren als Untere Denkmalbehörde ihre Aufmerksamkeit auf das Gebäude gerichtet. Der Heimatverein hatte in seiner Jahreshauptversammlung am 26.2.2002 zum damaligen Stand der Bemühungen und Überlegungen bezüglich eines Erwerbs und einer Restaurierung der Mühle ein Resümee gezogen. Er formulierte wesentliche - zum damaligen Zeitpunkt nicht erfüllte - Voraussetzungen für ein weiteres, intensiveres Engagement für die Mittelmühle. Das größte Problem sah er in einem tragfähigen Finanzierungskonzept für Erwerb, Restaurierung und Folgekosten. Außerdem wollte sich der damals dreiköpfige Vorstand bei seiner Arbeit nicht allein gelassen fühlen. Er zeigte sich im Grundton skeptisch, überhörte aber auch nicht die Appelle der Versammlung das Projekt Mittelmühle nicht fallen zu lassen.

In der Folgezeit stellte sich schon sehr bald ein grundlegender, so nicht erwarteter Stimmungswechsel ein. Die Stadt Büren zeigte ein deutliches Interesse an einem Erhalt der Mittelmühle. Bürgermeister Wolfgang Runge ergriff die Initiative und fuhr begleitet von zwei Vorstandsmitgliedern des Heimatvereins zum Regierungspräsidium nach Detmold, um Fördermöglichkeiten auszuloten. Die zuständige Referentin äußerte ein wohlwollendes Verständnis für das Vorhaben und hielt eine Förderung aus Städtebaumitteln mit bis zu 80% für möglich. Sie ermunterte zur Vorbereitung und Einreichung eines Förderantrages bis zum 30.6.2003. Das war eine entscheidende Aussage, die den Heimatverein zu weiteren Aktivitäten ermutigte. Umgehend wurde der "Arbeitskreis Mittelmühle" gegründet, um das Projekt voran zu bringen. An erster Stelle ist Josef Welling zu nennen. Sein deutlich gewordenes Interesse an einem Erhalt der Mittelmühle zum Nutzen Bürens und seine beruflichen Erfahrungen mit Bauprojekten motivierten und prädestinierten ihn zur Übernahme des Vorsitzes im Arbeitskreis. Er entwickelte maßgebliche Ideen zum Inhalt und Verlauf der weiteren Arbeit. Ohne ihn wären wir nicht so weit wie wir heute sind. Die von ihm entworfenen Arbeitspapiere standen alle unter dem Motto "Wir und die Mittelmühle". Das soll verdeutlichen, dass der Heimatverein nicht die Absicht hat, die Mittelmühle zu einem Vereinsheim umzufunktionieren, sondern dass ihr Erhalt im Interesse der Stadt Büren liegt und deshalb von einem breiten bürgerschaftlichen Engagement getragen sein muss.

Mit in das Projekt einbezogen sind das städtische Bauamt, das Westfälische Amt für Denkmalpflege und das Westfälische Amt für Landschafts- und Baukultur in Münster. Bürgermeister Wolfgang Runge hat die Restaurierung der Mittelmühle zu seinem besonderen Anliegen erklärt und dieses engagiert gezeigt.

Die vorliegende Broschüre erwuchs aus einer Dokumentation, die Werner Niggemann für Gesprächstermine mit Vertretern der o.g. Behörden zusammengestellt hat. Der erste Entwurf stieß auf eine positive Resonanz und wurde zum Grundstein der "Akte Mittelmühle" bei den angesprochenen Ämtern.

Die beschriebenen Schritte und Aktivitäten setzten selbstverständlich den beabsichtigten Verkauf der Mittelmühle durch Herrn Müntefering voraus. Zum Abschluss eines Kaufvertrages ist es bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch nicht gekommen. Vor einigen Wochen wurde von privater Seite Interesse am Gebäude gezeigt. Wie diesbezügliche Gespräche ausgehen werden, kann nicht vorausgesagt werden. Deshalb entfaltet der Heimatverein zur Zeit auch keine weiteren Aktivitäten. Einem Privaterwerb würde er sich nicht entgegenstellen. Die Mittelmühle bliebe im Stadtbild erhalten und Anforderungen im Sinne des Denkmalschutzes müssten beachtet werden. Das wäre im Sinne des Vereins.

Mit dieser Dokumentation zeigt der Heimatverein, dass er mit Unterstützung von verschiedenen Seiten zum Erhalt der Mittelmühle seinen bisher möglichen Beitrag geleistet hat. Es hat sich etwas bewegt. In welche Richtung und in welchem Tempo es weitergeht, bleibt offen. Der Heimatverein wird auch in Zukunft sein Möglichstes tun. Mit dieser Feststellung verbindet er seinen Dank an alle, die bisher zum Vorankommen des Projektes beigetragen haben und dies auch in Zukunft tun werden.

Reinhold von Rüden, Stellvertretender Vorsitzender

Büren, den 10. Februar 2003



Ergänzung zur aktuellen Situation im Juni 2003:

Inzwischen ist der private Investor von seinen Kaufabsichten zurückgetreten. Der Eigentümer der Mittelmühle Heinrich Müntefering hat darauf hin der Stadt Büren ein notariell beurkundetes Verkaufsangebot unterbreitet, das bis 2005 befristet ist.