Heimatverein will nun doch kaufen

Zukunft der Bürener Mittelmühle

Büren (WV). Der Bürener Heimatverein wird nun möglicherweise doch Eigentümer der Mittelmühle. Noch bei der Jahreshauptversammlung im Februar hatte sich der Vorstand dafür ausgesprochen, das wohl älteste Bauwerk nicht zu kaufen und später zu betreiben - nun sieht die Situation anders aus. Wie jetzt bei der ersten Sitzung des neu gegründeten "Arbeitskreises Mittelmühle" deutlich wurde, könnte sich der Verein doch vorstellen, das Gebäude, das grundlegend saniert werden muss, zu erwerben. Allerdings nur unter bestimmten Vorraussetzungen.

"Nach wie vor wollen wir uns auf keinen Fall in finanzielle Abenteuer stürzen", stellte stellvertretender Vorsitzender Rheinhold von Rüden klar. Ein Gespräch bei der Detmolder Bezirksregierung, an dem auch Bürens Bürgermeister Wolfgang Runge teilgenommen habe, habe allerdings ergeben, dass im Jahr 2004 eine Förderung in Höhe von bis zu 80 Prozent der Kosten möglich sei. Diese Information habe die Sachlage geändert.

Dennoch will der Heimatverein das ehrgeizige Großprojekt Mittelmühle auf keinen Fall ganz allein schultern. "Wir und die Mittelmühle", unter diesem Motto werben die Mitglieder des Arbeitskreises bei allen Bürgern um Interesse und Mitwirkung am Planungsprozess - und natürlich sind auch Spenden hochwillkommen. "Mehrere Gruppen müssen sich bilden und zusammen eine Einheit ergeben. Der Heimatverein ruft zu einem Wir-Gefühl auf und übernimmt als Teilaufgabe zusammen mit allen Bürgern die Restaurierung der Mittelmühle", sagt Arbeitskreis-Sprecher Josef Welling.

Weil die umfangreichen Aufgaben, die bei der Planung, der Sanierung und schließlich der Nutzung der Mühle anfallen, die Möglichkeiten des Vereins übersteigen, soll nach einem Vorschlag des Arbeitskreises die Stadtverwaltung das komplette Management des Projektes übernehmen: vom Aushandeln eines Vorkaufvertrages mit dem Eigentümer Heinrich Müntefering, über die Beauftragung eines Architekten, das Beantragen von Fördermitteln, die Beschaffung von ABM-Kräften und die Bauphase bis hin zur späteren Verwaltung der Mittelmühle. "Die Stadt soll das natürlich auch nicht umsonst machen", stellt Josef Welling einen finanziellen Ausgleich für diese "Dienstleistung" in Aussicht.

Das Gebäude an der Alme soll nach der Vorstellung des Arbeitskreises als die letzte intakte Mühle der Kernstadt restauriert werden, wobei alle technischen Funktionen erhalten bleiben sollen. Im Inneren soll eine Dokumentation über die Geschichte des Gebäudes entstehen, denkbar seien außerdem Ausstellungs- und Versammlungsräume, die Vereine oder auch Betriebe gegen Barzahlung nutzen können, um sich dazustellen.

Pressebericht des Westfälischen Volksblattes vom 6. Juni 2002
von Hanne Reimer