Die Mittelmühle (Dieter Schnell, 2002)

Wenn man bedenkt, dass Büren einst 'Hauptstadt' einer Kleinherrschaft war, die sich an der Grenze zwischen den Großmächten Köln und Paderborn bis zum Tode des Edelherrn Moritz v.Büren (+1661) und bis zum Übergang an die Jesuiten zu behaupten vermochte, dann wundert es ein wenig, im Stadtbild kaum noch bauliche Spuren seiner ehemaligen Bedeutung ausmachen zu können. Sieht man von den Resten der Stadtmauer ab, so erinnern als Profanbauten lediglich die beiden Mühlengebäude an der Alme an die Blütezeit der Edelherren im 13. und 14.Jahrhundert: Büren war bis weit ins 20.Jht. eine Stadt der Mühlen. So baufällig, aber auch so idyllisch wie heute die Mittelmühle erscheint, so unverzichtbar und so zweckbestimmt war sie einst für die Bevölkerung - nicht nur der Stadt, sondern aller umliegenden Dörfer. Die gesamte Ernährung der Bevölkerung - ob Brot, Brei oder Bier - stützte sich fast ausschließlich auf Getreideprodukte, so dass die Instandhaltung der Mühlen zu den weit vorrangigen Interessen der edelherrlichen Stadtobrigkeit, vor allem aber der gesamten Bürgerschaft gehörte. Die Gründung der Burg-Stadt Büren um 1195 ist kaum vorstellbar ohne die gleichzeitige Anlage mindestens einer Mühle, die - wennauch auf anderer Ebene - der Stadtkirche an Bedeutung nicht nachstand. Für die Auswahl des Stadtareals war der Schutz durch gleich zwei Flüsse ebenso maßgebend wie deren Wasserkraft, ohne welche die rasche Anwerbung von Stadtbürgern nur schwer erklärbar wäre.

Der Anblick der heutigen Mittel-Mühle lässt weder ihre ehemalige Bedeutung noch ihr hohes Alter von ca. 750 Jahren erahnen. Als idyllisch gelegener Baustein inmitten protziger Jesuitenbauten und einer anmutig natürlichen Flussniederung wirkt sie verkommen und verträumt zugleich. Mit ihren neuzeitlichen schlanken windgetriebenen Namensvettern auf den Anhöhen hat sie nichts, aber auch gar nichts gemein. Büren war stets eine Stadt der Wasserräder und nicht der Windräder. Ob die Mittelmühle den Windrädern die öffentliche Aufmerksamkeit neidet? - Immerhin kann sie sich darauf berufen, bis zur Elektrifizierung eine ungeteilte und weit überlegene Wertschätzung gefunden zu haben. Und ihr Aussehen wie ihr verstaubtes, jedoch weitgehend komplettes Innenleben regen einen Kulturhistoriker ebenso zum Träumen an wie einen Ortsgeschichtler: Die älteste Überlieferung einer Bürener Mühle (anno 1256) bezieht sich auf diejenige bei der sog. 'Neustadt' und meint daher die längst verschwundene Ober- oder Klostermühle, zu der man - laut alten Überlieferungen - von der heutigen Briloner Straße aus nur über eine "Leiter" (stufige Stiege) gelangte. Als nächste wird die "Niedermühle am unteren Stadttor neben der Burg" samt einer angegliederten kleinen Bokemühle genannt (1333). Die Mittelmühle wird namentlich zwar erst anno 1529 erwähnt, aber es besteht kein Zweifel, dass sie bereits zu den ersten Mühlen gehörte, da in den älteren Überlieferungen wiederholt von mehreren (!) Alme-Mühlen im Stadtbereich gesprochen wird (1335). Die gen. Kloster-Mühle hatte weder für die Bürener Bürgerschaft noch für die Edelherren eine erkennbare Bedeutung. Sie war ausschließlich der Eigenversorgung und den abhängigen Bauern des Zisterzienserinnen-Klosters Holthausen vorbehalten, dessen Ordensstatuten - mehr als andere Orden - die Unabhängigkeit von weltlichen Fremd-Ansprüchen betonten, so dass selbst die Edelherren (1243) gegenüber der von ihnen selbst gegründeten (1243), vielfach begünstigten und als Familienkloster (Begräbnisstätte) genutzten Niederlassung keinerlei weltliche Teilhabe hatten. - Ihre Hausmühle war die Niedermühle am Burg- oder unteren Stadttor. Sie stand auf dem Areal des Burggeländes und diente anfangs vorrangig der Selbstversorgung der Edelherren und ihrer Burgmannschaft. - Die Mittelmühle aber war die eigentliche Stadtmühle. Die Bürgerschaft war zwar de iure kein Eigentümer, sondern nur  Nutzungsberechtigter, aber hierin unterschied sie sich nicht von den Rechtsverhältnissen nahezu aller Städte. Die Mühle war Besitz der Stadtobrigkeit. Dabei ging es den Edelherren nicht nur um die scheffelweise berechneten Einkünfte aus dem Mühlenbetrieb, sondern in ganz besonderem Maße darum, sich ihre Wasserrechte nicht mit anderen teilen zu müssen. Was wäre gewesen, wenn die Stadt sich angemaßt hätte, den Mühlengraben an der Mittelmühle so zu stauen, dass die edelherrliche Niedermühle im Trocknen gestanden hätte? - Dem Risiko, dass die Bürgerschaft 'Oberwasser' erhalten oder ihnen 'das Wasser abgraben' könnte, beugten die Edelherren dadurch vor, dass sie sich die gesamten Wasserrechte auf der Alme - einschließlich Fischereirecht - bedingungslos vorbehielten und der Bürgerschaft lediglich an der Afte den Betrieb von Wassermühlen - allerdings keiner Kornmühlen ! - gestatteten. Die Edelherren nutzten die Alme zur Anlage des Mühlengrabens, zur Versorgung ihrer Burg, vermutlich auch zur Flutung eines Burggrabens, zur Speisung ihrer Fischteiche (anno 1372), vor allem aber zur gewinnbringenden Unterhaltung von wassergetriebenen Kornmühlen. Die Verantwortung der Edelherren für die stete Betriebsbereitschaft der Wassermühlen war aber nicht nur in der gesicherten Rendite begründet, sondern vor allem darin, dass Bau und Unterhaltung überaus kostenaufwendig und zudem an hoheitliche Zusatzberechtigungen gebunden waren: Der Rückstau bedurfte oft großer Flächen; möglichst abriebfeste Mahlsteine mußten teuer bezahlt und weit her geholt werden; stete Reparaturen waren auf den jederzeit verfügbaren Besitz an kernigem Eichenholz angewiesen usw. - Eine Mühle war daher stets eine überaus wertvolle Immobilie, die die Edelherren in Zeiten besonders dringenden Geldbedarfs bevorzugt verpfändeten. Zur Sicherung der Rendite aus dem Mühlenbetrieb stand den Edelherren der Mühlenbann zu: Sowohl die Stadtbürgerschaft wie auch die dörflichen Untertanen waren verpflichtet, ihr Getreide ausschließlich und gegen Gebühr auf edelherrlichen Mühlen mahlen zu lassen (Mahlzwang). Vereidigte Müller hatten für eine gewissenhafte Abrechnung Sorge zu tragen, worunter ihre Beliebtheit bei den Kunden nicht selten litt, zumal sie stets der Verlockung ausgesetzt waren, Korn zu unterschlagen oder sich eine Abweichung von der altsächsischen Rechtsvorschrift "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst!" vergüten zu lassen. Der hierin begründete Argwohn deutet sich in einer Überlieferung (1545) an, bei welcher der Bürener Müller verpflichtet wird, die Einkünfte aus dem Mahlpfennig in einer Truhe zu sammeln und aufzubewahren, die mit 10 Schlössern versehen sein soll.

Das Gesamt der mittelalterlichen Überlieferungen zeichnet ein sehr anschauliches Bild von der Mittelmühle und seiner nächsten Umgebung: Wie die Niedermühle befand sie sich in unmittelbarer Nähe eines Stadttors, der sog. Mühlenpforte. Die noch heute erhaltenen, weit über einen Meter dicken und sich nach oben verjüngenden, weitgehend fensterlosen Bruchsteinwände schätzten sie vor feindlichen Angriffen. Sie stand just außerhalb der Stadtmauer, war aber - bei Gefahr - durch das Mühlentor von der wehrhaften Bürgerschaft - insbesondere den Schützen - augenblicklich erreichbar. Früh mag sie ein Schieferdach erhalten haben, um vor Brandpfeilen geschützt zu sein. Unter dem hoch aufragenden Dach befand sich der Kornspeicher - schwer erreichbar für Diebe, Mäuse und vor allem Nässe. Seilwinden an der Giebelseite zogen das Korn auf die 'Bühne'. Unten versammelten sich die anliefernden Bauern mit ihren Eselkarren, ließen ihr Korn mit Scheffel und Spint genau messen und achteten auf eine exakte Quittierung ihres entrichteten Mahlzinses (ca. 1/20 der Kornmenge bzw. ein Geld-äquivalent). Die Mittelmühle wurde von einem dreigängigen Wasserrad angetrieben, dessen Hauptwelle in das Gebäude führte und dort über hölzerne Zahnräder und Getriebe den mächtigen Läuferstein über einen darunter befindlichen Ständerstein bewegte. Die Beschickung erfolgte von oben. Nur ein überaus bescheidener Anteil des Mühlengebäudes diente dem Müller als Wohnung. Wie noch heute zu erkennen, waren seine Zimmer äußerst eng, niedrig und dunkel, lagen übereinander und waren z.T. nur mit einholbaren Leitern zugänglich. Ihre Lage an der nördlichen Giebelwand diente der gleichzeitigen Kontrolle des als Stadtgefängnis dienenden, allabendlich vom Mühlenpförtner zu verriegelnden Mühlentors und der davor befindlichen Brücke über den Mühlengraben. Von hier aus blickte der Müller - über seinen kleinen Kräuter- und Blumengarten hinweg - auch auf die Burg an der Stelle des heutigen Mauritius-Gymnasiums und konnte die edelherrlichen Teich- und Deich-Anlagen zwischen Mühlengraben und Alme ebenso überwachen wie die unweit gelegenen, das fruchtbare Schwemmland nutzenden Gärten und 'Obstbaum-Höfe' bessergestellter Bürger. Für den Blick in die andere Richtung der Almeniederung - in Richtung Kloster Holthausen - musste er sich schon nach draußen begeben. Über einen kleinen Steg gelangte er auf die andere Seite des Mühlengrabens, dorthin, wo sich seit Ende des 16. Jhts. ein Zusatzgebäude befand, in dem - vom selben Mühlenrad angetrieben - eine Bohrmühle untergebracht war. Auch sie unterstand den Edelherren, da sie nicht allein der Bürgerschaft, sondern auch dem Haus Büren dazu diente, Holzröhren für die Versorgung der städtischen Brunnen (Kümpe) mit Frischwasser aus dem Mertenstal herzustellen. Als sich die Jesuiten als Haupterben des Moritz anno 1662 mit den edelherrlichen Seitenverwandten in einem vorläufigen Vertrag über den Nachlass einigen, finden die Mühlen besondere Beachtung: Während sie die Niedermühle samt benachbartem Eselskamp und unterstem großem (Fisch-) Teich den Verwandten zugestehen, bewahren sie sich - wie noch heute das steinerne Wappenrelief an der Außenmauer zu erkennen gibt - sämtliche Rechte an der wesentlich einträglicheren und wegen des 'Oberwassers' günstiger gelegenen Mittelmühle, als deren Zubehör nicht nur eine kleine Ölmühle, sondern auch zwei Tiergehege genannt werden. Während das Interesse an einer Ölmühle vor allem kirchenliturgisch motiviert war (Beleuchtung; Hlg. Öl), erscheinen die Tiergehege als Mühlenzubehör etwas rätselhaft. Allerdings muss man sich bewusst machen, dass die Mühlen-Abfälle ein überaus begehrtes Futter darstellten. Eine stattliche Anzahl Gänse, Hühner und Schweine gehörte zum Bild jeder Kornmühle. Ja sogar die edelherrlich Jagdhund-Meute war - lt. Urkunde (1371) - Kostgänger des Mittelmüllers. Denkbar ist daher, dass die genannten Viehgehege der Aufzucht von Lämmern, Kälbern oder gar Damwild und damit zur Bereicherung der Tafelfreuden mit Edelfleisch dienten - ähnlich wie der Fisch- und Krebsbestand des Mühlengrabens, für den sich aber die streitenden Erbparteien auf gemeinsame Nutzung einigten.

In der Zusammenschau dieser wahrlich sehr, sehr punktuellen Überlieferungen deutet sich eine Geschichte der Mittelmühle an, deren Vitalität die gesamte Alme-Aue prägte und deren damalige wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung für die Stadtbewohner nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Der Verlust der wirtschaftlichen Bindung machte aus ihrer Randlage ein Randdasein, ein unbeachtetes verstaubtes Kleinod hinter verwitterten Mauern, ein letztes stummes und kaum respektables bauliches Zeugnis einer einst kraftvollen Bürgerschaft der 'Hauptstadt Büren' in der Herrschaft Büren, trostlos dem Niedergang all ihrer anderen Mühlenschwestern an Alme und Afte nachtrauernd und dennoch bescheiden - im Bewusstsein ihres historischen Wertes - um Wiederbelebung jener Verbundenheit werbend, die ihr seit den ersten Tagen der Existenz Bürens von allen Schichten und Gruppen der Einwohnerschaft zuteil wurde.

von Dieter Schnell (Juli 2002)


 

Vorwort zu einer Dokumentation

Über die Bemühungen des Heimatvereins um die Mittelmühle

Die Mittelmühle steht schon seit einigen Jahren auf der Tagesordnung des Heimatvereins wie auch im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Einheimische und Fremde, die durch die Mühlenstraße gehen oder durch die Almeaue wandernd einen Blick auf sie werfen, fragen sich, ob etwas unternommen wird, die historische Mühle zu erhalten oder ob sie schon einem schleichenden Verfall preisgegeben worden ist. Besonders diejenigen, denen ein einladendes Erscheinungsbild Bürens am Herzen liegt, wünschen sich, dass das älteste weltliche Gebäude der Stadt eine ansehnlich restaurierte Fassade erhält und so in den Eindruck des städtebaulichen Ambientes mit seinen historischen Gebäuden und den Almeauen als innerstädtisches Naherholungsgebiet harmonisch eingebunden wird.

Die vorliegende Dokumentation soll zeigen, was der Heimatverein mit Unterstützung unterschiedlicher Kräfte seit etwa einem Jahr unternommen hat, um die Mühle für die Zukunft zu bewahren. Sie gewährt einen Einblick in die Aktivitäten und Ideen des Arbeitskreises "Mittelmühle" und enthält Darstellungen zur Geschichte und Funktion der Mühle in Büren. Dabei können nicht alle Aspekte berücksichtigt werden, die dem einen oder anderen Leser wichtig wären. Es wird auch kein fertiges Konzept von einer bald restaurierten Mühle vorgelegt, denn das Projekt befindet sich noch in einem offenen Prozess.

Seit dem Tode von Heinrich Müntefering sen. im Jahre 1997 bekundet sein gleichnamiger Sohn und Erbe seine Bereitschaft, das Gebäude zu veräußern. Der Heimatverein war sein unmittelbarer Ansprechpartner. Viele Gespräche haben bis zum heutigen Tage stattgefunden. Das Innere des Hauses wurde in Augenschein genommen, Gutachten wurden erstellt und Nutzungskonzepte diskutiert. Weil das Gebäude unter Denkmalschutz steht, hat auch die Stadt Büren als Untere Denkmalbehörde ihre Aufmerksamkeit auf das Gebäude gerichtet. Der Heimatverein hatte in seiner Jahreshauptversammlung am 26.2.2002 zum damaligen Stand der Bemühungen und Überlegungen bezüglich eines Erwerbs und einer Restaurierung der Mühle ein Resümee gezogen. Er formulierte wesentliche - zum damaligen Zeitpunkt nicht erfüllte - Voraussetzungen für ein weiteres, intensiveres Engagement für die Mittelmühle. Das größte Problem sah er in einem tragfähigen Finanzierungskonzept für Erwerb, Restaurierung und Folgekosten. Außerdem wollte sich der damals dreiköpfige Vorstand bei seiner Arbeit nicht allein gelassen fühlen. Er zeigte sich im Grundton skeptisch, überhörte aber auch nicht die Appelle der Versammlung das Projekt Mittelmühle nicht fallen zu lassen.

In der Folgezeit stellte sich schon sehr bald ein grundlegender, so nicht erwarteter Stimmungswechsel ein. Die Stadt Büren zeigte ein deutliches Interesse an einem Erhalt der Mittelmühle. Bürgermeister Wolfgang Runge ergriff die Initiative und fuhr begleitet von zwei Vorstandsmitgliedern des Heimatvereins zum Regierungspräsidium nach Detmold, um Fördermöglichkeiten auszuloten. Die zuständige Referentin äußerte ein wohlwollendes Verständnis für das Vorhaben und hielt eine Förderung aus Städtebaumitteln mit bis zu 80% für möglich. Sie ermunterte zur Vorbereitung und Einreichung eines Förderantrages bis zum 30.6.2003. Das war eine entscheidende Aussage, die den Heimatverein zu weiteren Aktivitäten ermutigte. Umgehend wurde der "Arbeitskreis Mittelmühle" gegründet, um das Projekt voran zu bringen. An erster Stelle ist Josef Welling zu nennen. Sein deutlich gewordenes Interesse an einem Erhalt der Mittelmühle zum Nutzen Bürens und seine beruflichen Erfahrungen mit Bauprojekten motivierten und prädestinierten ihn zur Übernahme des Vorsitzes im Arbeitskreis. Er entwickelte maßgebliche Ideen zum Inhalt und Verlauf der weiteren Arbeit. Ohne ihn wären wir nicht so weit wie wir heute sind. Die von ihm entworfenen Arbeitspapiere standen alle unter dem Motto "Wir und die Mittelmühle". Das soll verdeutlichen, dass der Heimatverein nicht die Absicht hat, die Mittelmühle zu einem Vereinsheim umzufunktionieren, sondern dass ihr Erhalt im Interesse der Stadt Büren liegt und deshalb von einem breiten bürgerschaftlichen Engagement getragen sein muss.

Mit in das Projekt einbezogen sind das städtische Bauamt, das Westfälische Amt für Denkmalpflege und das Westfälische Amt für Landschafts- und Baukultur in Münster. Bürgermeister Wolfgang Runge hat die Restaurierung der Mittelmühle zu seinem besonderen Anliegen erklärt und dieses engagiert gezeigt.

Die vorliegende Broschüre erwuchs aus einer Dokumentation, die Werner Niggemann für Gesprächstermine mit Vertretern der o.g. Behörden zusammengestellt hat. Der erste Entwurf stieß auf eine positive Resonanz und wurde zum Grundstein der "Akte Mittelmühle" bei den angesprochenen Ämtern.

Die beschriebenen Schritte und Aktivitäten setzten selbstverständlich den beabsichtigten Verkauf der Mittelmühle durch Herrn Müntefering voraus. Zum Abschluss eines Kaufvertrages ist es bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch nicht gekommen. Vor einigen Wochen wurde von privater Seite Interesse am Gebäude gezeigt. Wie diesbezügliche Gespräche ausgehen werden, kann nicht vorausgesagt werden. Deshalb entfaltet der Heimatverein zur Zeit auch keine weiteren Aktivitäten. Einem Privaterwerb würde er sich nicht entgegenstellen. Die Mittelmühle bliebe im Stadtbild erhalten und Anforderungen im Sinne des Denkmalschutzes müssten beachtet werden. Das wäre im Sinne des Vereins.

Mit dieser Dokumentation zeigt der Heimatverein, dass er mit Unterstützung von verschiedenen Seiten zum Erhalt der Mittelmühle seinen bisher möglichen Beitrag geleistet hat. Es hat sich etwas bewegt. In welche Richtung und in welchem Tempo es weitergeht, bleibt offen. Der Heimatverein wird auch in Zukunft sein Möglichstes tun. Mit dieser Feststellung verbindet er seinen Dank an alle, die bisher zum Vorankommen des Projektes beigetragen haben und dies auch in Zukunft tun werden.

Reinhold von Rüden, Stellvertretender Vorsitzender

Büren, den 10. Februar 2003



Ergänzung zur aktuellen Situation im Juni 2003:

Inzwischen ist der private Investor von seinen Kaufabsichten zurückgetreten. Der Eigentümer der Mittelmühle Heinrich Müntefering hat darauf hin der Stadt Büren ein notariell beurkundetes Verkaufsangebot unterbreitet, das bis 2005 befristet ist.


 

Es tut sich was an der Mittelmühle

Mehr oder weniger unbemerkt von der Öffentlichkeit tut sich etwas an der Mittelmühle in Büren. In vielen Arbeitseinsätzen ist seit Anfang dieses Jahres eine Arbeitsgruppe des Heimatvereins Büren um dessen Vorsitzenden Reinhard Kurek herum damit beschäftigt, an dem fast 500 Jahre alten Bauwerk bauliche Sicherungsmaßnahmen durchzuführen. Hierdurch soll erreicht werden, dass bis zu einem Abschluss des Eigentumsübergangs wenigstens der jetzige Zustand des Gebäudes erhalten bleibt und nicht noch weitere Schäden entstehen. Gleichzeitig bemüht sich die Arbeitsgruppe, das unmittelbare Umfeld der Mühle soweit möglich etwas herzurichten.

So war in den vergangenen Monaten die Sicherung des Turbinenhäuschens mit der technischen Einrichtung ein Schwerpunkt der Arbeiten. Weitere Aufgaben lagen in der Reparatur der Gartenmauer oder der Dachflächen. Dabei wird das Bemühen der Arbeitsgruppe des Heimatvereins, so Kurek, tatkräftig durch freiwillige Helfer aus den Reihen der St. Sebastians-Bruderschaft, der DLRG-Jugendgruppe Büren, des THW Ortsverband Büren, der Freiwilligen Feuerwehr Büren und auch durch Nachbarn des Mühlengrundstücks unterstützt. Zudem freut sich der Heimatverein auch über finanzielle Spenden der Bürener Banken und einiger Privatleute, durch die diese Arbeiten letztendlich möglich gemacht werden.

Zu Beginn des neuen Jahres soll es an die Durchforstung der technischen Mühleneinrichtung und an Aufräumarbeiten in diesem Bereich gehen. Geplant ist, so Reinhard Kurek, das Innere der Mühle bis Pfingstmontag wenigstens so herzurichten, dass an dem dann stattfindenden "Tag der Offenen Mühle" alle Interessenten Gelegenheit haben werden, die Mühleneinrichtung in dem jetzigen Zustand schon einmal besichtigen zu können. Für Mühlenkenner sicherlich etwas Besonderes. In ganz Deutschland gibt es vielleicht noch eine Handvoll Mineralmühlen dieser Art. Gegenwärtig ist dem Heimatverein nur eine weitere Mühle in der Nähe von Stuttgart bekannt.

Umso wichtiger ist damit der Erhalt dieses stadtbildprägenden Bauwerks als technisches Museum. Zur Zeit sind öffentliche Fördermittel zum Erwerb der Mühle beantragt. Sobald diese bewilligt sind, soll der Kauf der Mühle durch die Stadt Büren abgeschlossen werden. Gegenwärtig liegt der Stadt und dem Heimatverein ein notarielles Verkaufsangebot des Eigentümers vor.

Natürlich werden für die Sicherungs- und Aufräumungsarbeiten nach wie vor fleißige Helfer gesucht. Wer Interesse hat, kann sich mit dem Vorsitzenden des Heimatvereins, Reinhard Kurek (Tel.: 4665), in Verbindung setzen.


 

Heimatverein will nun doch kaufen

Zukunft der Bürener Mittelmühle

Büren (WV). Der Bürener Heimatverein wird nun möglicherweise doch Eigentümer der Mittelmühle. Noch bei der Jahreshauptversammlung im Februar hatte sich der Vorstand dafür ausgesprochen, das wohl älteste Bauwerk nicht zu kaufen und später zu betreiben - nun sieht die Situation anders aus. Wie jetzt bei der ersten Sitzung des neu gegründeten "Arbeitskreises Mittelmühle" deutlich wurde, könnte sich der Verein doch vorstellen, das Gebäude, das grundlegend saniert werden muss, zu erwerben. Allerdings nur unter bestimmten Vorraussetzungen.

"Nach wie vor wollen wir uns auf keinen Fall in finanzielle Abenteuer stürzen", stellte stellvertretender Vorsitzender Rheinhold von Rüden klar. Ein Gespräch bei der Detmolder Bezirksregierung, an dem auch Bürens Bürgermeister Wolfgang Runge teilgenommen habe, habe allerdings ergeben, dass im Jahr 2004 eine Förderung in Höhe von bis zu 80 Prozent der Kosten möglich sei. Diese Information habe die Sachlage geändert.

Dennoch will der Heimatverein das ehrgeizige Großprojekt Mittelmühle auf keinen Fall ganz allein schultern. "Wir und die Mittelmühle", unter diesem Motto werben die Mitglieder des Arbeitskreises bei allen Bürgern um Interesse und Mitwirkung am Planungsprozess - und natürlich sind auch Spenden hochwillkommen. "Mehrere Gruppen müssen sich bilden und zusammen eine Einheit ergeben. Der Heimatverein ruft zu einem Wir-Gefühl auf und übernimmt als Teilaufgabe zusammen mit allen Bürgern die Restaurierung der Mittelmühle", sagt Arbeitskreis-Sprecher Josef Welling.

Weil die umfangreichen Aufgaben, die bei der Planung, der Sanierung und schließlich der Nutzung der Mühle anfallen, die Möglichkeiten des Vereins übersteigen, soll nach einem Vorschlag des Arbeitskreises die Stadtverwaltung das komplette Management des Projektes übernehmen: vom Aushandeln eines Vorkaufvertrages mit dem Eigentümer Heinrich Müntefering, über die Beauftragung eines Architekten, das Beantragen von Fördermitteln, die Beschaffung von ABM-Kräften und die Bauphase bis hin zur späteren Verwaltung der Mittelmühle. "Die Stadt soll das natürlich auch nicht umsonst machen", stellt Josef Welling einen finanziellen Ausgleich für diese "Dienstleistung" in Aussicht.

Das Gebäude an der Alme soll nach der Vorstellung des Arbeitskreises als die letzte intakte Mühle der Kernstadt restauriert werden, wobei alle technischen Funktionen erhalten bleiben sollen. Im Inneren soll eine Dokumentation über die Geschichte des Gebäudes entstehen, denkbar seien außerdem Ausstellungs- und Versammlungsräume, die Vereine oder auch Betriebe gegen Barzahlung nutzen können, um sich dazustellen.

Pressebericht des Westfälischen Volksblattes vom 6. Juni 2002
von Hanne Reimer


 

Der Heimatverein Büren informiert und wirbt um Ihre Unterstützung

für die Restaurierung der Mittelmühle in Büren

Auszug aus dem Informationsflyer der Mittelmühle:

„Wir und die Mittelmühle“ - gemeinsam mit Ihnen

“Wir und die Mittelmühle” - so lautet die Bezeichnung des Arbeitskreises im Heimatverein, der federführend die Arbeit vorantreibt. Das ist zugleich ein wichtiges Motto und Signal über die Grenzen des Vereins hinaus. „Wir“, das sind alle Bürener. Der Heimatverein möchte ein bürgerschaftliches Engagement in seiner Stadt anstoßen, er möchte alle Bürger, d.h. auch Sie für das Projekt Mittelmühle gewinnen.
Zunächst Ihr Interesse und Ihre Wertschätzung für das Projekt Mittelmühle. Aber auch Ihre Bereitschaft für konkrete Mitarbeit, wenn Sie über handwerkliches Geschick verfügen. Mehr noch ist Ihre finanzielle Unterstützung gefragt. Die Stadt Büren steuert begleitend ihre bautechnische Organisation und Kompetenz bei. Ihre persönliche Unterstützung wird eine gebührende öffentliche Anerkennung erfahren. Ihr Name wird an einer Schautafel in der restaurierten Mittelmühle zu sehen sein. Eine besondere Auszeichnung stellt eine Patenschaftsurkunde dar. Sie werden ein Stück Identität mit Ihrer Stadt erleben, Sie tun etwas Sinnvolles in der Gemeinschaft mit anderen. Sie können persönliche Erfüllung erleben und schließlich stolz auf das Werk sein.

 

Zur Geschichte der Mühle

Die Mittelmühle befindet sich am Rande der idyllischen Almeaue unterhalb der alten
Stadtmauer in Sichtweite der Jesuitenkirche und nicht weit von der Stadtkirche entfernt. Sie dürfte etwa 750 Jahre alt sein. Erbaut wurde sie von den Edelherren von Büren als eine von drei Kornmühlen an der Alme, von denen die Mittel- und die Niedermühle noch erhalten sind. Die Mittelmühle ist das älteste weltliche Bauwerk in Büren. Seit 1928 wurde sie als Mineralmühle genutzt, d.h. in ihr wurde nun nicht mehr Korn gemahlen, sondern Kalkspat und andere Gesteinsarten wurden zu Steinmehl verarbeitet. Dieses wurde u.a. bei der Herstellung von Farben als Pigmentierungsmittel eingesetzt. Die Mittelmühle als ehemalige Mineralmühle ist einmalig in Norddeutschland. 1966 stellte mit Heinrich Müntefering sen. der letzte Müller den Betrieb ein. In unmittelbarer Nachbarschaft zur Mittelmühle befindet sich über einen Steg zugänglich die Bohrmühle. Sie war 1745 von ihrem ursprünglichen Standort an der Afte an ihren heutigen Platz umgesiedelt worden. In ihr wurden Holzstämme zu Röhren für die Wasserleitung verarbeitet, die die städtischen Brunnen mit Frischwasser aus dem Mertenstal versorgte. [...]

Laden Sie den gesamten Flyer hier als PDF-Dokument herunter.


Neue "BürenQuelle" berichtet über die Mittelmühle

Umbau zur Erlebnismühle geplant 

Die Mittelmühle

Sie soll bis Ende 2008 zur Erlebnismühle umgestaltet werden

Gelegen am Rande der idylli­schen Almeaue unterhalb der alten Stadtmauer bietet die Mittelmühle einen verträumt­malerischen und zugleich ver­kommenen Eindruck.

Die etwa 750 Jahre alte Mühle wurde vor einiger Zeit von der Stadt gekauft und soll nun zu einem „Museum zum Anfassen" umgestaltet und restauriert werden.

Laut Bauingenieurin Marita Krause müssen Dachtrage­werk, Bruchsteinmauerwerk, Türen und Fenster ausgebes­sert und erneuert werden, da durch Feuchtigkeit und Holz­schädlinge sichtbare und unsichtbare Schäden vorhan­den sind.
 

Der Heimatverein möchte aus dem ältesten Bauwerk Bürens eine Erlebnismühle mit Heimatstube machen. Wassernutzung soll hier de­monstriert, über Buren als ehemalige Mühlenstadt infor­miert und außerdem der Mühlengarten nach traditio­neller Art angelegt werden. Am 30. März diesen Jahres schlössen der Bürgermeister Wolfgang Runge und Assesor Peter Runge von der Kreis­handwerkschaft einen Koope­rationsvertrag für 13 Lang­zeitarbeitslose.

 

Bis Ende 2008 sollen diese die denkmalgeschützte, histo­rische Mittelmühle zur besag- ten Erlebnismühle umgestal­ten. Projektieiter wird das „tbz" sein. Bürgermeister Runge bezeichnete das Projekt sicht­lich erfreut als „Ein sinnge­stiftetes Projekt, bei dem man die sozialen Gesichts­punkte (...) nicht außer Acht lassen kann."


Schüler des Liebfrauengymnasiums besichtigen die Mittelmühle

Arbeitskreisleiter Josef Welling führt durch die Mittelmühle

Wir, 18 Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 b und c des Liebfrauengymnasiums Büren, besichtigten in unserem Gesellschaftswissenschaftskurs zusammen mit unserem Kurslehrer Herrn Kemper am 17.2.09 die Mittemühle. Als wir den Eingang die Mühle betraten, drang uns sofort ein süßlicher Geruch von Holz und etwas Staub in die Nase. Herr Welling vom Heimatverein Büren, der uns durch die Mühle führen wollte, begrüßte uns herzlich und reichte uns allen einen Zettel zur Geschichte der Mittelmühle mit einem Schaubild zur Mühlentechnik. So konnten wir nach dem Rundgang alle Informationen noch einmal in Ruhe nachlesen.
Der Rundgang durch die Mühle startete im Wohnbereich. Die Türen sind sehr klein und die Deckenhöhe ist sehr niedrig, der Boden des Wohnbereiches besteht ausschließlich aus Holzdielen. Als ersten Raum betraten wir die alte Küche mit Herd, 2 Sesseln, einer Essgruppe mit Tisch und einem alten Schrank ausgestattet, im Nebenraum befindet sich ein alter Kamin. Die Tapete bzw. der Wandanstrich hier wurde so nachgebildet, wie man ihr früheres Aussehen vermutete. Neben der Küche befindet sich ein Fluchtraum. Da die Mühle früher außerhalb des Stadttores und der Stadtmauer lag, musste sich der Müller selbst verteidigen und flüchtete bei Gefahr in diesen Fluchtraum.
Über eine steile Treppe gelangten wir ins Obergeschoss zu einer Räucherkammer mit Räucherkasten, in der früher Wurst und Schinken geräuchert wurde. Der Raum ist immer noch schwarz und die Wände bestehen aus altem Lehmputz. Dieser ist im gesamten Gebäude von Spezialisten aufwendig und teuer neu aufgetragen worden. Die Wand ist aus Lehm, weil es damals keine anderen Materialien gab und weil sie sehr viel Feuchtigkeit aus dem Raum aufnehmen und wieder abgeben kann, zudem wirkt alles so original.
Neben der Räucherkammer befinden sich insgesamt weitere Räume, darunter ein Zimmer mit altem Gemäuer und altem Boden, der Putz ist auch hier originalgetreu restauriert worden. In einer Glasvitrine eines anderen Raumes befinden sich alte Gegenstände aus der Mühle, die vom früheren Mühlenbesitzer, Herrn Müntefering, übrig geblieben und vom Heimatverein aufbewahrt wurden (alte Tapetenreste und Teile von der Inneneinrichtung bzw. vom Mahlwerk).
Hinter großen Glasscheiben konnte man an manchen Stellen in das Mauerwerk aus Lehm hineinsehen oder alte Original-Tapeten oder Wandputz ansehen. In den Außenwänden der Mühle befindet sich innen heute eine neu installierte Wandheizung zur Beheizung des Gebäudes.
Als wir wieder nach unten gingen, führte uns eine Treppe in den Keller, von dort steigen wir nach oben in die eigentliche Mühle, wo es kalt und staubig war. Die Wände oder der Boden sowie die Mühlentechnik waren zumeist aus Holz. Das dunkle schwarze Holz stammt noch aus früheren Zeiten, das helle Holz zeigt, welche Teile des Mahlwerks, der Treppen und sonstiges ersetzt wurden. Wir befanden uns nun im so genannten Antriebsboden, wo sich das Mahlwerk befindet. Ursprünglich wurde in der Mittelmühle seit dem späten Mittelalter / der frühen Neuzeit (seit etwa 750 Jahren) Getreide gemahlen. Seit 1930 wurde die Mühle als Mineralmühle genutzt, wobei Kalkspat zu Steinmehl gemahlen wurde, das zur Herstellung von Wandfarben verwendet wurde.
Der Kalkspat wurde per LKW aus Brilon angeliefert, dann über eine kleine gleisgebundene Lore von der Seite, an der die Bohrmühle steht, auf den Steinboden transportiert. Danach fiel das Kalkspat-Material von oben in den Backenbrecher im Kellergeschoss, wo es zerkleinert wurde. Die Kraft, um die Maschinen anzutreiben, kam vom Turbinenhaus, dort sitzt eine Turbine, die durch das Wasser der Alme angetrieben wurde und über Riemen und Getrieberäder (die so genannten Transmissionen) die Kraft an die einzelnen Maschinen (Backenbrecher, Mahlwerk u.a.) weitergibt.
Dann schauten wir uns die beiden französischen Mühlsteine des Mahlwerks an, bzw. ließen uns von Herrn Welling darüber berichten. Jeder Mühlstein, so Herr Welling, habe damals 485 Goldmark gekostet. Die Steine sind aus einer steinernen harten Kunstmasse, damit sie nicht so schnell abgenutzt werden. Sie wurden am 23.2.1910  gekauft. Der obere Stein heißt Ständer, der untere Stein Läufer (-Stein). Der Kalkspat wurde mit diesen Mühlsteinen zu Split bzw. Steinmehl zermahlen. Ein Rüttelsieb trennte grobe und feinere Teile des Steinmehls voneinander, bevor das Material dann über die so genannten Absacktrichter zu den Absackanlagen gelangte, wo es in Säcke verpackt wurde. Feineres Steinmehl wurde durch die Windsichter abgetrennt und getrennt bearbeitet. Herr Welling zeigte uns dann, wie Kalkspat, Split und Steinmehl aussehen.
Hinter einer Absperrung, die aus Holzstangen bestand, befindet sich heute noch die Lore, mit der der Kalkspat in die Mühle befördert wurde. Wir sahen auch eine alte Dezimalwaage, die zum Abwiegen der mit fertig gemahlenem Steinmehl gefüllten Säcke diente.
Anschließend bestiegen wir über eine weitere Holztreppe den ersten Dachboden, hier befinden sich u.a. die Becher-Elevatoren, mit denen das Steinmehl zum Zwischensilo befördert wurde, von wo es erneut dem Mahlwerk zugeführt und feiner vermahlen wurde. Zum Befördern des leichten gemahlenen Steinmehls wurde auch Luft benutzt. Hier bei diesen Anlagen konnten wir sogar noch weißen Staub vom Steinmehl entdecken.
Danach stiegen wir über eine weitere Holztreppe hinauf in den spitzgiebeligen Dachboden der Mühle, was dann auch die letzte Etage war. Hier sahen wir einen Kasten, der den oberen Teil des Elevators bildete, sowie etliche Teile der Transmission mit Riemen und Rädern.
Herr Welling erklärte uns noch, dass das Gebäude und die Maschinen der Mittelmühle heute denkmalgeschützt sind und betonte, dass diese Mühle in Büren die einzige Steinmühle Norddeutschlands ist.
Nach einigen Zusatzinformationen über die Geschichte der Mühlen in Büren beendeten wir die Mühlenführung.

Wir fanden die Führung durch Herrn Welling sehr spannend, interessant und beeindruckend und bedankten uns mit Beifall bei ihm.

Giulia Schubert (Klasse 10b)


Mittel- und Bohrmühle werden zum attraktiven Ziel für Schülergruppen

Schülergruppen des LIebfrauengymnasiums besichtigen die beiden Mühlen

 

Gesellschaftswissenschaftskurs 9 a/c des Liebfrauengymnasiums besichtigt die Mittel- und Bohrmühle in Büren

Am Montag, den 07.12.09 besichtigten wir mit unserem Gewi-Kurs 9 a/c und Herrn Kemper die Mittelmühle in Büren. Unter dem Motto „Vergangenes in einem Gebäude wie in einem Buch lesen“ verschaffte uns Herr Welling vom Heimatverein Büren  einen schönen Eindruck von der Geschichte und der Technik der Mühle. Die Mittelmühle ist die einzige Mineralmühle in Norddeutschland. Sie wurde aus Bruchstein errichtet, nur an dem Fenster befindet sich Sandstein. Hier nun ein paar wichtige Daten zur Mühle: Die Mittelmühle war zuerst eine Kornmühle der Edelherren von Büren, später wurde sie dann an die Jesuiten übergeben. 1529 wurde  sie zum ersten Mal namentlich erwähnt. Von der Kornmühle wurde die Mittelmühle 1930 zur Mineral- und Farbmühle umgebaut und 1960 schließlich stillgelegt. Die Stadt Büren hat die Mühle im Jahr 2006 gekauft und restauriert, sodass jetzt eine schöne Museums- und Erlebnismühle daraus geworden ist. Die daneben liegende Bohrmühle wurde ebenso von der Stadt gekauft und restauriert. In ihr wurden damals Holzstämme  durchbohrt, die dann als Wasserleitungen dienten. Nach der ausgiebigen Führung durch alle 3 Etagen der Mühle, in der wir den gesamten Mahlvorgang vom Kalkspatgestein bis zum Kalkspatmehl erklärt und veranschaulicht und alle Mühlenaggregate und Räumlichkeiten zu sehen bekamen, gingen wir hinüber zur Bohrmühle. Ein besonderes Highlight dort war, dass wir uns anschauen konnten, wie ein Baumstamm angebohrt wurde. Früher wurden Baumstämme zuerst mit einem kleinen Handbohrer angebohrt damit man sie hinterher mit dem drei Meter langen Löffelbohrer ganz durchbohren konnte, um aus ihr ein Wasserrohr zu machen. Es wird zur Zeit von Seiten des Heimatvereins daran gearbeitet, dass man sich anschauen kann, wie eine solche Durchbohrung damals von statten gegangen ist. Dazu wird eine Bohreinrichtung nachgebaut, die in Kürze fertig gestellt sein soll. Wir sind schon sehr gespannt, wie es werden wird, wenn man vor Ort in der Bohrmühle „live“ erleben kann, wie hölzerne Wasserrohre hergestellt werden.



Insgesamt war es ein sehr spannender und interessanter Ausflug. An dieser Stelle noch einmal einen herzlichen Dank an unseren Führer, Herrn Welling.

Alina Köchling (9a), Annalen Unterhalt (9a), Fotos: Sonja Zumbrock


 

Erfolgreiches Fischerfest an der Mittelmühle

Die beiden Mühlen zeigen sich als wunderbarer Veranstaltungsort

Das Fischerfest der Angelfreunde Almetal Büren am Sonntag, den 29. August war ein Erfolg. Trotz  z.T. widriger Wetterbedingungen fanden viele Angel-, Fisch- und Mühleninteressierte den Weg in die Almeaue zur Mittel- und Bohrmühle. Auf dem Fest zeigten die Angelfreunde sehr anschaulich, wie man künstliche Köderfliegen für das Flugangeln selbst herstellt, wie man man mit einer Flugangel umgeht und was sie zum Schutz der Alme und deren Fischbestand tun. In einer eigenes aufgebauten Holzhütte konnten die Gäste sich mit leckeren Fischgerichten verwöhnen lassen und taten dies auch zahlreich. Auf der Speisekarte standen selbst gefangene und frisch geräucherte Forellen aus der Alme, Brötchen mit frisch geräucherterm Nordsee-Matjes, Bratrollmöpsen, Räucherlachs und Heringsstip mit Pellkartoffeln. Zu allem konnte man ein frisches Bier oder andere Getränke bekommen. Außerdem gab es auch frischen Kaffe und Kuchen. Insgesamt war es ein interessantes und vielfältiges Fischerfest, bei dem auch die Mittel- und die Bohrmühle reges Interesse genossen. Einmal mehr hat sich gezeigt, dass die beiden Mühlen ein idealer und schöner Austragungsort für solche schönen lokalen Feste wie das Fischerfest sind.


 

Ein Besuch in der historischen Mittelmühle

Schüler des Liebfrauengymnasiums auf den Spuren der Bürener Geschichte

Am Freitag, den 11.05.2012 besuchten wir, der GeWi-Kurs 9 am Liebfrauengymnasium, mit unserem Lehrer Herrn Kemper die Mittelmühle in Büren. Schon seit zwei Wochen hielten wir jeweils zu zweit kleine Vorträge über die wichtigsten Sehens- würdigkeiten und historischen Gebäude Bürens, während wir diese besichtigten. So stellten wir eine eigene Stadtführung durch Büren zusammen.

Am 11.05. hatten wir nun die Möglichkeit, die Mittelmühle von innen zu erkunden und so ihre Geschichte und die aufwändige Renovierung besser verstehen und erleben zu können. Die Mittelmühle und die nebenstehende Bohrmühle waren in früherer Zeit sehr wichtig für Büren, da die Bauern aus den umliegenden Dörfern ihr Korn zum Mahlen in eine der beiden Bürener Mühlen bringen mussten. Schon beim ersten Blick auf die Außenwand fallen die schmalen Löcher in der Mauer auf, durch die sich der Müller früher verteidigen musste, da die Mühle außerhalb der alten Stadtmauer liegt. Der Müller musste sich selber verteidigen, wenn Büren ange griffen wurde. Durch diese Löcher konnte er schießen, ohne selber getroffen zu werden.

Nachdem wir die Mühle betreten hatten, gingen wir zuerst in die Küche. Dort sind Herd, Tisch und Schrank noch or- iginal vom letzten Müller erhalten, der noch bis vor 40 Jahren in der Mühle lebte. Dadurch konnten wir gut nachvollziehen, wie ein Müller früher gelebt hat. Die Decke ist, wie in vielen Teilen der Mühle nur etwas höher als 1,80 m. Die Wand der Küche ist noch mit einem alten Muster geschmückt, das damals oft verwendet wurde. Auf den ersten Blick fiel allen auf, wie schief und huckelig die Wände und die Decke aussehen. Das liegt an der Lehm-Wandheizung, die bei der Restaurierung nachträglich in die Wand ein- gebaut wurde. Die Wandheizung ist nötig, da die Mühle auf Grund des Denkmalschutzes in ihrem alten Zustand bleiben muss und deshalb auch keine Heizkörper aufgestellt werden dürfen. Da die Fenster nur einfach verglast sind, sorgt die Lehm-Wandheizung dafür, dass die Mühle im Winter nicht von innen kaputt friert. Da die Küche sehr klein ist, wichen einige Schüler in den rechten Nebenraum aus, in dem man durch eine große Glasscheibe an der Wand die Wandkonstruktion mit der Lehmstruktur sehen kann. Nachdem wir uns einige interessante Details der Küche angeschaut hatten, gingen ein paar Schüler in die Vorratskammer. Der kleine Raum durfte aber nur vorsichtig und von wenigen Schülern gleichzeitig betreten werden, da der Boden stark wackelte. In der Vorratskammer gibt es nur ein kleines Fenster, damit die Lebensmittel länger haltbar blieben und nicht durch zu viel Sonnenlicht zu schnell verdarben. Unter der Decke befindet sich eine Glasscheibe, unter der die Deckenkonstruktion aufgeschnitten wurde und nun der Aufbau mit Stroh, Lehm und Holz sichtbar wird. Nachdem wir viel über die Küche und die Geschichte der Renovierung erfahren hatten, sammelten wir uns auf dem Flur und gingen in den Keller hinunter.

Die kleine Treppe ist sehr steil und die Treppenstufen sind sehr schmal, also mussten wir alle langsam gehen. Unten angekommen, erzählte uns Herr Kemper, dass in der Mittelmühle auch regelmäßig Treffen des Heimatvereins bzw. der historischen Stadtgarde Corps Burana stattfinden. Wie die gesamte Mühle befand sich auch der Keller vor der Restaurierung in einem sehr schlechten  Zustand. Bis auf einen Raum wurde der Keller schon aufwendig renoviert und erneuert. Durch eine Tür gelangten wir dann in einen Raum, in dem sich in der Ecke ein Dieselmotor befindet, der eingebaut wurde, da der Fluss, durch den die Mühle ursprünglich mittels einer Turbine angetrieben wurde, verschlammt ist und zu wenig Wasser führt. Durch den Einbau des Motors wurde der Betrieb der Mühle gesichert. Doch wird die Mühle seit einiger Zeit mit einem starken Elektromotor angetrieben. Die Decke ist, wie in allen Teilen das Innere der Mühle aus Holz. Als nächstes gingen wir eine Treppe an der Seite des Raumes hoch und gelangten in den Mahlraum. Direkt neben der Treppe befinden sich zwei Glaskästen, in denen Produkte sind, die in der Mühle gemahlen worden sind. Beispielsweise wurde hier ein kalkhaltiger Stein gemahlen, aus dem  weiß-gräuliche Wandfarbe hergestellt wurde. Es gibt auch verschiedenes Mehl, da die Mühle es unterschiedlich fein oder grob mahlen kann. In dem zweiten Kasten steht ein kleiner LKW, der für die Transportfirma aus Büren steht, die die Produkte der Mühle früher zu den Kunden brachte.

In der Mitte des Raumes steht das große runde Mahlwerk, in dem das Mehl gemahlen wurde. Rundherum stehen vier viereckige Säulen, die man durch eine Klappe öffnen kann. Im inneren der Säule befinden sich kleine blaue Schüsselchen, die an einem Laufband befestigt sind und so das Mehl nach oben oder unten transportieren können. Diese Konstruktion nennt man Mehlelevator. An der Seite des Raumes befindet sich eine alte Lore, in der grobe Kalksteine lagern. Die Lore fuhr auf Schienen und beförderte das zu mahlende Gestein in dias Mühlengebäude. Nachdem wir Zeit hatten, uns alles genau anzusehen, zog Herr Kemper zwei Plakate an der Wand herunter und erklärte uns daran den Aufbau und die Produktion der Mühle genauer.

Als nächstes gingen wir eine Treppe hoch und standen so im ersten Stock über dem Mahlraum. Im linken hinteren Teil des Stockwerkes kann das Mehl durch den Mehlelevator nach unten befördert werden. In diesem Raum wird das Mehl auch gesiebt. Dann stiegen wir noch eine Treppe hoch um auf den Dachboden zu gelangen. Das Dach der Mittelmühle wurde von Grund auf saniert, durfte aber wegen dem Denkmalschutz nicht gedämmt werden. Deshalb ist es im Winter auch sehr kalt im Spitzbodenbereich. Im hinteren Teil der Raumes stehen Baumstümpfe als Hocker auf einem Podest, damit Schulklassen und Personen, die eine Führung durch die Mühle machen, sich dort hinsetzten können, um selbst Getreide zu Mehl zu mahlen. Und die verschiedenen Methoden, mit denen Getreide zu Mehl gemahlen werden kann kennen lernen. Nachdem wir dort oben etwas Zeit verbracht und viel gelernt haben, stiegen wir die beiden Treppen wieder hinunter, bis wir im Keller standen. Als wir dann die Kellertreppe nach oben gegangen waren, befanden wir uns wieder auf dem Flur, wo unsere Besichtigung begonnen hatte. Die nächste Station unseres Rundganges befand sich im Wohnteil der Mittelmühle, den man erreicht, wenn man die steile Treppe gegenüber der Tür hinaufsteigt.

Als wir dort oben ankamen, bekamen wir einen anderen Eindruck von der Mühle. Der Wohnbereich war viel heller und moderner als der Rest der Mühle, da der Müller hier wohnte und dieser Teil deshalb vom Arbeitsteil abgetrennt liegt. An der Wand hängt ein Bild von Büren um 1900. Rechts von der Treppe liegt eine Räucherkammer hinter einer Glastür, in der früher Schinken und Wurst geräuchert wurden. So kann man sehen, wie der Müller sein Fleisch früher haltbar gemacht hat. Geradeaus sahen wir einen Raum, der schon renoviert wurde und in dem sich ein Tisch befindet. Daneben gibt es ein Durchgangszimmer mit einer großen Glasvitrine, in der sich Löffel und andere alte Sachen des Müllers befinden.

Nachdem wir auch noch die nebenstehende Bohrmühle kurz besichtigt hatten, schaltete Herr Willi Hammerschmidt vom Heimatverein, der mit einem Kollegen in der Bohrmühle arbeitete, den Motor der Mühle ein und das Mahlwerk der Mühle begann zu arbeiten. Im Inneren begann sich alles zu bewegen und verschiedene Räder zu drehen, auch die Mehlelevatoren fuhren hinauf und hinunter. Die gesamte Mühle war in Bewegung, angetrieben durch den Elektromotor. Vor der Renovierung wollten einige Bürener Bürger, so erfuhren wir noch, dass die Mühle abgerissen werden sollte, da sie in einem sehr schlechten Zustand war. Dennoch wurde die teure Restaurierung, die mit Geld von der Stadt und Zuschüssen vom Land und der EU finanziert wurde, durchgeführt. Glücklicherweise, denn sonst würde Büren eine alte Sehenswürdigkeit und eine wertvolle Erinnerung an die Vergangenheit der Stadt fehlen.

Anna Wieseler, Anna Chwirot, 9d