Ehrenmitglied Bernhard Wolff verstorben

Der Heimatverein Büren trauert um Bernhard Wolff, der im Alter von 92 Jahren verstorben ist.

Geboren und aufgewachsen in seiner geliebten schlesischen Heimat wurde er früh zum Kriegsdienst eingezogen und geriet in russische Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Entlassung 1949 führte ihn sein Weg nach Westfalen. Seine erste Lehrerstelle trat er 1952 an der Kath. Volksschule Harth an, wo er bis 1964 blieb. Anschließend wechselte er nach Büren an die Kath.  Volksschule/Mühlenkampschule (bis zum Ruhestand 1988).  

 

Bernhard Wolff setzte sich in allen Lebensbereichen ein, sei es für die Schule (Lehrerpersonalrat, Kreisbildstelle), die Kath. Kirchengemeinde St. Nikolaus Büren (Lektor, Kommunionhelfer, Kolpingwerk) oder die Lokalpolitik (Sachkundiger Bürger, Ratsmitglied). Im Sauerländischen Gebirgsverein war er Fachwart für Kultur und führte regelmäßig Exkursionen durch. Ganz besonders widmete er sich der Pflege und Förderung der Heimatgeschichte und des regionalen Brauchtums. Von 1965 bis 1984 war er Ortsheimatpfleger in Büren und mahnte den Erhalt zahlreicher Baudenkmäler an. Zu seinen bleibenden Verdiensten zählen die Wiederaufstellung des sog. „Kumpes“ aus der alten Wasserversorgung in der Nähe des Marktplatzes und das Synagogendenkmal. Sein besonderes Anliegen war das Schulmuseum, das er ab 1982 nach gründlichem Sammeln und Dokumentieren aufbaute. Dieses über die Grenzen Bürens Beachtung findende Museum betreute er über lange Jahre. Der Heimatverein Büren würdigte 2008 seinen Einsatz für die Heimatpflege mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft.

 

Unterstützt wurde Bernhard Wolff in all den Jahren von seiner Ehefrau Christel (1928-2016), mit der er vier Kinder hat. Für sein Lebenswerk erhielt er 1990 das Bundesverdienstkreuz und 2010 für seine außerordentlichen Verdienste den Kulturpreis der Stadt Büren. Auf Beschluss des Stadtrates von 2018 wurde das Schulmuseum umbenannt in „Bernhard Wolff – Schulmuseum der Stadt Büren“.

Der Heimatverein Büren wird Bernhard Wolff und seinem Wirken stets ein ehrendes Andenken bewahren.

 

 Bernhard Wolff


 

Neues Ausstellungsstück in der Mittelmühle

 

In der Mittelmühle und der Bohrmühle des Bürener Heimatvereins wird auch in diesem Jahr fleißig an der Herrichtung und Ausstattung für den Publikumsverkehr gearbeitet. Mit Unterstützung durch die Bürgerstiftung Büren ist es nun gelungen, einen neuen kleinen Bereich der Ausstellung zum Thema Mühlgraben fertig zu stellen.

Der Mühlgraben – zeitweise auch Triebwerksgraben genannt – ist durch seine Wasserkraft ein zentrales Element der beiden Wassermühlen in den Bürener Almeauen. Um dem Besucher zu zeigen, welche Änderungen der Mühlgraben im Verlauf der letzten Jahrhunderte erfahren hat, ist eine handgezeichnete Karte von 1923 aus dem Landesarchiv reproduziert worden. Sie ist ergänzt um Information über fünf Gebäude und Zeichnungen der damaligen Wehranlagen. So lässt sich sehr anschaulich ein Vergleich mit dem heutigen Stand ziehen.

Im Ausstellungsbereich befinden sich zusätzlich der Ausschnitt einer Bürener Zeitung von 1923 mit der Polizeiverordnung für die Wasserläufe, sowie die Rekonstruktion des alten Wehrs an der Mittelmühle mit Begriffserklärungen.  

Die kleine, neugestaltete Ausstellung kann im Rahmen von Führungen und offenen Tagen besichtigt werden. Entsprechende Termin finden Sie unter: www.Mittelmuehle-Bueren.de

 Präsentation des neuen Ausstellungsbereich Triebwerksgraben

Über die Fertigstellung freuen sich (von links): Reinhold von Rüden (1. Vorsitzender Heimatverein), Bärbel Olfermann (Bürgerstiftung Büren) und Gregor Lemm (Leiter Arbeitskreis Mittel- und Bohrmühle).

 


 

Mit Dieter Schnell ist ein verdienstvoller Lokalhistoriker verstorben

Der Heimatverein Büren trauert um Dieter Schnell, der im Alter von 79 Jahren verstorben ist.

Er hat sich durch seine Forschungen zur Stadtgeschichte Bürens in einer außergewöhnlichen Weise verdient gemacht.

Viele Jahrzehnte widmete er sich unermüdlich der Gewinnung neuer Erkenntnisse zur lokalen Geschichte vom Beginn der Stadtgründung an. Er verfolgte die Geschichte beharrlich bis in ihre ursprünglichen schriftlichen Quellen zurück, weil es ihm nicht reichte, sich nur auf schon vorliegende Ausarbeitungen zu stützen. So sorgte er für die Klarschrift und Übersetzung der Stadtgründungsurkunde von 1195.

Ebenso veröffentlichte er in der Schriftenreihe des Heimatvereins „Wir an Alme und Afte“ einen Band zur Stadtverfassung und Stadtverwaltung in Büren im Mittelalter. Fundierte Kenntnisse in Latein und der Sprache des Mittelalters befähigten Dieter Schnell, historische Quellen zu lesen, sie zu verstehen und auszuwerten. Seine Ausarbeitungen im Stadtarchiv umfassen mehrere Dutzend Archivkartons. Leider kam es nicht zur geplanten Veröffentlichung seines größten Werkes, eines Bürener Urkunden- und Regestenbuches. Dabei handelt es um eine Zusammenstellung aller wichtigen Urkunden und deren Zusammenfassung von rechtsbedeutsamem Inhalt mit einem Bezug zur Stadt Büren im Mittelalter und der frühen Neuzeit. Das Werk stellt somit eine unschätzbar wertvolle Fundgrube für alle an der Stadtgeschichte Interessierten dar.

Dieter Schnell ließ in wortgewandten schriftlichen Ausarbeitungen und Vorträgen viele Menschen an seinen historischen Kenntnissen und seiner Leidenschaft für die Erforschung der Geschichte Anteil nehmen. Und wo ihm das Wort nicht reichte, Gegenstände zu beschreiben oder auch um historische Bilder von Personen und Vorgängen zu sichern und festzuhalten, griff er selbst zur Feder, um gekonnt historisch authentische Zeichnungen anzufertigen. Der Heimatverein Büren wird Dieter Schnell und seinem Wirken stets ein ehrendes Andenken bewahren.

 

Gedenken an das Niederbrennen der Synagoge

 

Der Heimatverein Büren gedenkt auch 2020 wieder den jüdischen Opfern.

Aufgrund der Corona Einschränkungen fand in diesem Jahr am 09.11.2020 keine öffentliches Gedenken wie in den Vorjahren statt. Nur eine Abordnung des Vorstandes entzündete Kerzen zur Erinnerung an die Opfer und das Niederbrennen der Synagoge in der oberen Detmarstrasse.

Die Synagoge in Büren (heute Detmarstraße 16) wurde ab 1859 nach Plänen von Baumeister Kaupisch gebaut und am 03.08.1860 (neue Erkenntnis) eingeweiht. Es war ein Rechteckiges Backsteingebäude mit jeweil einem Zwiebelturm an den Gebäudeecken mit vergoldeter Spitze. Der Gottesdienstraum bot Platz für ca. 64 Personen, daneben war noch die Schule und eine Lehrerwohnung im zweistöckigen Gebäude untergebracht.

Am 09. November 1938 beginnt die Zerstörung  mit dem einwerfen von Scheiben. Am 10. November wird die Synagoge geplündert und Kultgegenstände und Haushaltsgeräte auf die Straße geworfen und verbrannt. Gebetsrollen werden entweiht. Nachmittags klettern einige Männer auf das Dach der Synagoge und werfen die Kuppel und die Türmchen hinunter. In der Nacht zum 11. November 1938 geht schließlich die schwer demolierte Synagoge in Flammen auf. Der Feuerwehr gelingt es, die angrenzenden Gebäude vor dem Übergreifen der Flammen zu bewahren.

Die Ruine wird an die Stadt "verkauft" und nach dem 2. Weltkrieg abgerissen.

am 01. November 1988 wird an der Stelle der Synagoge zum Gedenken an die Opfer und den Feuersturm ein Winkliges Mauerstück des Künstlerehepaars Peplinski aufgestellt. "Hier stand von 1862 bis 1938 die Synagoge der jüdischen Kultusgemeinde. Am 10.11.1938, währen der Judenverfolgung in Deutschland, wurde - unter vielen anderen - diese Synagoge niedergebrannt."

 Wer mehr über die Juden in Büren wissen möchte, findet hierzu weitere Informationen im Band 11 der Schriftenreihe des Heimatvereins Büren "Juden in Büren" .

Kerzen an der Synagoge 

Verschiebung der Mitgliederversammlung

Der Heimatverein Büren bedauert, Corona-bedingt seine ursprünglich für den 29. April vorgesehene Mitgliederversammlung verschieben zu müssen.

Ebenso werden drei für Mai und Juni geplante Vorträge zu Stationen in der Bürener Stadtgeschichte nicht stattfinden können. Alle vorgesehenen Veranstaltungen werden sobald wie möglich nachgeholt.

Die Mitglieder werden rechtzeitig informiert.

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