Adel verpflichtet – auch in der Krise!

Sonntag, 1. Februar 2026

Im Rahmen der gut besuchten Vortragsreihe des Heimatvereins Büren berichtete Dr. Michael Lagers vom LWL Museum für Archäologie und Kultur am 30.01.2026 über das Adelsgeschlecht der Edelherren von Büren.

Er gab dabei zunächst einen Überblick über die teilweise komplizierten Verhältnisse der ab dem 12. Jahrhundert nachgewiesenen Geschichte der Edelherren mit dem Zusatz „von Büren“. Anschaulich erklärte er dabei auch die Macht und die Machtverhältnisse derer von Büren, die sie durch die Besetzung von Positionen bei Kirche, Staat und Politik sowie eine geschickte Heiratspolitik zu erhalten und auszubauen versuchten. Politischer Druck, innerfamiliäre Differenzen und weitere destabilisierende Faktoren zwangen sie im 14. Jahrhundert jedoch zu umfangreichen Verkäufen von Besitz und Rechten und somit schließlich zur Aufgabe möglicher landesherrschaftlicher Ambitionen.

Der Vortrag ging dabei auch der Frage nach, warum die Edelherren diesem Degenerationsprozess scheinbar nichts entgegensetzen konnten und gibt Antworten darauf, welchen Einfluss Lehnsbindungen, Standesbewusstsein und konkurrierende Familien auf diese Entwicklung hatten.

Während in dieser Zeit viele adelige Familien vollständig verarmten oder endeten behielten die Adeligen aus Büren noch einiges an Besitz und Ansehen und nahmen damit eine Sonderstellung ein. Deutlich wurde dies im Vergleich mit anderen Adelsfamilien aus der Umgebung.

Die tiefgehende Erforschung der Thematik von Dr. Michael Lagers richtet sich dabei besonders auf das Spätmittelalter. Der Vortrag stellte damit auch eine Ergänzung zum 2023 stattgefunden Vortrag von Dr. Bastian Gillner über die Edelherren von Büren zur Zeit der Reformation dar.

Dr. Michael Lagers (LWL Museum für Archäologie und Kultur) während des Vortrages – Foto: Heimatverein Büren e.V.

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